OCT: Neue medizinische Anwendungen erschließen

8. Februar 2018 | By More

© Foto Fraunhofer IPT

Das nicht-invasive bildgebende Verfahren der Optischen Kohärenztomographie (OCT) eignet sich schon heute hervorragend dazu, den Aufbau und die Struktur organischer Gewebe zu untersuchen: So ist beispielsweise Tumorgewebe mit der OCT bereits in frühen Krankheitsstadien erkennbar. Auch Knorpelgewebe oder entzündete Nerven lassen sich damit genauer untersuchen als mit vielen anderen heute gebräuchlichen Verfahren. In der Augenheilkunde gilt die OCT bereits als Goldstandard, im klinischen Alltag vieler anderer medizinischer Disziplinen fehlt allerdings noch das Know-how zur Anwendung. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen hat sich gemeinsam mit Partnern nun zum Ziel gesetzt, weitere medizinische Anwendungsgebiete der OCT-Technologie zu erschließen.

Die nicht-invasive OCT-Technologie erreicht Eindringtiefen im Gewebe von mehreren Millimetern bei einem Auflösungsvermögen bis in den Mikrometerbereich. Aktuelle OCT-Bildgebungssysteme basieren auf faseroptischen Konzepten und lassen sich damit leicht miniaturisieren. Ob sich die OCT-Technologien für eine bestimmte Anwendung eignet, hängt von der Lichtdurchlässigkeit des jeweiligen Gewebes ab. Für jede Anwendung muss das Systemdesign individuell angepasst und die Technologie neu ausgelegt werden. Das auf kurzkohärenter Interferometrie mit infrarotem Licht basierende Verfahren bietet nicht nur eine hohe Qualität der Darstellung, sondern bewahrt den Patienten auch vor Strahlungsbelastungen und liefert sofortige Untersuchungsergebnisse.

In den kommenden Jahren könnte der Markt für OCT-Systeme daher vor allem in der minimal-invasiven Chirurgie und bei nicht-invasiven Anwendungen wachsen. Zurzeit werden meist einzelne OCT-Komponenten anwendungsunabhängig entwickelt und optimiert. Das Fraunhofer IPT hat sich zum Ziel gesetzt, die Technologie anwendungsspezifisch für neue medizinische Einsatzmöglichkeiten weiter zu entwickeln.

Nationales Kompetenznetzwerk „Innovationsforum FOMed“

Die Forschungsallianz OCT für die Medizin „Innovationsforum FOMed“ bündelt als Netzwerk von Unternehmen und weiteren Partnern aus Industrie und Forschung Kompetenzen und Interessen der Teilnehmer, um systematisch medizinische Anforderungen zu identifizieren, Ideen weiterzuentwickeln, Lösungen aufzuzeigen und diese in konkreten Forschungs- und Entwicklungskooperationen umzusetzen. Zu diesem Zweck vereint das Netzwerk interdisziplinär nahezu alle Akteure der Wertschöpfungskette, zunächst im regionalen Zusammenschluss der Teilnehmer, steht aber auch nationalen und international tätigen Partnern offen.

Deutsch-japanische Forschungsallianz „OCTmapp“

Ziel des Forschungsprojekts „Optical Coherence Tomography for New Medical Applications“, kurz OCTmapp, ist es, gemeinsam mit dem Institute for Advanced Biomedical Engineering and Science der Tokyo Women’s Medical University ein internationales Netzwerk und eine Forschungsstruktur zum Thema OCT für neue medizinische Anwendungen in Japan aufzubauen. Während der fünfjährigen Projektlaufzeit ermitteln die Partner aus Deutschland und Japan gemeinsam Maßnahmen, um eine sich finanziell selbsttragende deutsch-japanische Forschungseinrichtung hervorzubringen.

Beide Projekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Weitere Informationen: www.forschungsallianz-oct.de und www.octmapp.com

Quelle: Fraunhofer IPT

Category: Medizin

Comments are closed.