Erfolgreiches Homburger Cornea Curriculum

7. Dezember 2017 | By More

Prof. Seitz mit OP-Schwester und einem Teilnehmer bei der Präparation einer humanen Spender-Descemet Membran (Foto: UKS Augenklinik Homburg)

Das dritte Homburger Cornea Curriculum (HCC 2017) fand vom 15. bis 18. November 2017 in der Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, in Homburg/Saar statt. Die Veranstaltung gliederte sich in einen theoretischen Teil mit Vorträgen vormittags sowie einen ausgefeilten DryLab- und WetLab-Teil am Nachmittag. Die 25 Teilnehmer waren laut Evaluationsbögen mit der Ausbildung sehr zufrieden – sie bewerteten sie mit der Schulnote 1,3.

Das HCC wendet sich als deutschsprachige Fortbildungsplattform an alle Assistenzärzte, Fachärzte, Oberärzte und Chefärzte, die sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit diagnostischen und therapeutischen Ansätzen bei Hornhauterkrankungen auf den neusten Stand bringen lassen wollen. An allen drei Kurstagen wurde auf multiple Themen der klinischen und experimentellen Korneologie eingegangen. Einen großen Raum nahm entsprechend dem Homburger Keratoconus Center (HKC) die Frühdiagnose und stadiengerechte Therapie des Keratokonus ein: Dabei wurden sowohl die intrakornealen Ringsegmente, die Excimerlasergestützte DALK, das Crosslinking der Hornhaut als auch die perforierende Excimerlaser Keratoplastik im Detail besprochen. Im Drylab wurden neben der TMS-5-Topographieanalyse, Pentacam-Tomographie, Endothelzellanalyse auch der Einsatz des Ocular-Respons-Analyzers (ORA) und des Corvis-Systems sowie des Vorderabschnitts-OCTs für die Keratokonusfrühdiagnose im Detail gelehrt. Die Teilnehmer hatten darüber hinaus noch die Möglichkeit, sich mit dem Konfokalen Mikroskop vertraut zu machen, welches in der Homburger Klinik eine große diagnostische Rolle bei der Differentialdiagnose infektiöser Keratitiden spielt.

Als Einführung zum zweitägigen DMEK-WetLab gab Seitz theoretische und praktische Tipps für die Descemet Membran Endothelial Keratoplasty zur Anwendung in der täglichen Praxis (Indikation, Operation und Nachsorge). Am ersten WetLab-Nachmittag wurde an menschlichen Hornhäuten, die nicht für eine Transplantation geeignet waren, die Homburger Standardtechnik der Spender-Präparation von jedem Teilnehmer an fünf Hornhäuten unter einem Operationsmikroskop unter 1:1 Anleitung durch Seitz und seine erfahrenen Oberärzte geübt. Dieses erfolgte, nachdem Seitz die Präparation über einen Videoschirm Schritt für Schritt demonstriert hatte. Die WetLab-Geräte standen exakt so zur Verfügung, wie sie täglich im Operationssaal benutzt werden. Die präparierten Descemetmembranröllchen wurden in Kulturlösung individuell aufbewahrt und am nächsten Tag vom jeweiligen Kursteilnehmer für seine Implantation benutzt.*

Das Besondere bei diesem Kurs ist auch das Üben der DMEK-Implantationstechnik an einem frisch enukleierten Schweineauge. Zu diesem Zwecke wurden Zugänge analog dem Verfahren am Menschen durchgeführt. Insbesondere wurde die Descemetorhexis unter Luft via anterior chamber maintainer am Schweineauge simuliert. Anschließend wurde das Tags zuvor gewonnene Spenderröllchen mittels Implantationsbesteck in die Schweineaugenvorderkammer gebracht und mit Instrumenten und Manövern wie beim Patienten entfaltet und mit einer Luftblase an der Rückseite der Schweinehornhaut zum Anliegen gebracht.

Am dritten Tag des HCC wurde am Morgen unter Hinzunahme von fünf ausgewählten operierenden Kurs-Teilnehmern im Operationssaal eine perforierende Excimerlaser-Keratoplastik von Prof. Seitz live mit Bild und Ton in den Hörsaal übertragen. Am ersten Wetlab-Nachmittag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, eine doppelt fortlaufende Naht nach Hoffmann im Rahmen einer perforierenden Keratoplastik am Schweineauge in 1:1-Betreuung zu üben.

Das Programm schloss ab mit einem kleinen Quiz. Die besten auswärtige Teilnehmerin, Dr. Karin Knoll aus der Universitäts-Augenklinik Würzburg, erhielt eine Professor-Naumann-80.-Geburtstagsmedaille in Silber. Das nächste HCC findet vom 14.-17.11.2018 statt und das 3. Internationale Homburger Keratokonus Symposium HKCS 2018 mit Prof. Dr. Maeda aus Japan als Key Note Lecturer bereits am 21.04.2018.
Autoren: Dr. Georgia Milioti & Prof. Dr. Berthold Seitz, Homburg

*Das schrittweise Vorgehen ist in „Clinical Anatomy“ publiziert: Seitz B, Daas L, Bischoff-Jung M, Szentmáry N, Suffo S, El-Husseiny M, Viestenz A, Milioti G. Anatomy-based DMEK Wetlab in Homburg/Saar: Novel aspects of donor preparation and host maneuvers to teach Descemet membrane endothelial keratoplasty. Clin Anat. 2017 May 16. doi: 10.1002/ca.22900

Category: Allgemein

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