Glaukom-Früherkennung durch Biomarker

23. November 2017 | By More

Dr. rer. nat. Sabrina Reinehr im Forschungslabor, Quelle: A. Beyna, UK KKH Bochum

Die Diagnostik des Glaukoms ist für den Augenarzt oft nicht ganz einfach, wenn neben dem wichtigsten Risikofaktor, einem erhöhten Augeninnendruck, weitere klinische Zeichen fehlen. Ein Nachweis von Biomarkern könnte daher hilfreich sein, um frühzeitig einen Glaukomverdacht abklären zu können. Ein entsprechendes Forschungsprojekt der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum erhält dazu eine Förderung.

Unter dem Titel „Analyse möglicher Biomarker in einem Glaukom-Modell mit chronisch erhöhten Augeninnendruck“ beschäftigt sich Dr. rer. nat. Sabrina Reinehr vom Forschungslabor der Augenklinik mit dem Thema und hat dafür jetzt eine „FoRUM“-Förderung erhalten. Die Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum unterstützt mit diesem Programm die klinische Forschung, Grundlagenforschung, technologische Anwendungsforschung und Nachwuchsförderung.

Chronisch erhöhter Augendruck ist ein Kennzeichen des Glaukoms, der zweithäufigsten Erblindungsursache in Deutschland. Nicht alle Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck bekommen zwangsläufig Glaukom, eine Krankheit, bei der Sinneszellen in Netzhaut und Sehnerv langsam absterben. Die Diagnostik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, vor allem durch innovative bildgebende Verfahren wie die Heidelberg-Retina-Tomographie (HRT) und die Optische Kohärenz-Tomographie (OCT), mit denen Schädigungen in frühen Stadien und lange bevor sich der Patient einer Sehschädigung bewusst wird, erkannt werden können. Einen Hinweis auf ein Glaukom durch eine einfache Laboruntersuchung zu bekommen, würde indes die Früherkennung um einiges erleichtern und dazu beitragen, Betroffene rechtzeitig zu behandeln. Dies könnten, so hoffen die Bochumer Ärzte und Wissenschaftler vom Knappschaftskrankenhaus, Biomarker leisten. Hierbei handelt es sich um Substanzen, meist Eiweißstoffe (Proteine), die bei bestimmten Erkrankungen oder körperlichen Charakteristika in erhöhter Konzentration vorliegen. Die Zahl der Menschen, die davon profitieren können, ist hoch: Allein in Deutschland geht man von rund einer Million Menschen mit Glaukom oder erhöhtem Augendruck aus – bei unbekannter Dunkelziffer.

Quelle: UK Knappschaftskrankenhaus Bochum

Category: Medizin

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