iSearch 2017 – einmal quer durch’s Auge

26. Oktober 2017 | By More

Klinikchefin Prof. Dr. Nicole Eter begrüßte die Teilnehmer (Foto: ukm)

80 Wissenschaftler aus ganz Deutschland nahmen am 13. und 14. Oktober 2017 an dem grundlagenwissenschaftlichen Symposium „iSearch 2017“ der Universitäts-Augenklinik Münster teil – eine Zahl, die von Jahr zu Jahr steigt. Die Möglichkeit, Einblicke in die experimentellen Arbeiten der Forschenden zu den Erkrankungen in der Augenheilkunde zu bekommen, lockte neben Grundlagenforschern auch niedergelassene Augenärzte. Das diesjährige Meeting war in vier inhaltliche Teile gegliedert: Glaukom, Entzündungsreaktionen und Immunzellen im Auge, Von Cornea bis Retina sowie Vielfalt der Augenforschung.

Erste Session: Glaukom

Die erste Session widmete sich verschiedenen Aspekten des Glaukoms. Prof. Franz Grus aus Mainz befasste sich mit autoimmunen Mechanismen, die zum Absterben der retinalen Ganglienzellen im Auge führen können. Als weitere potenziell schädigende Faktoren ging PD Christian van Oterendorp aus Göttingen auf biomechanische Einflüsse ein und Dr. Sabrina Reinehr aus Bochum sprach über die Rolle des Komplementsystems. Wenn es in größeren Mengen eingeatmet wird, ist Kohlenmonoxid giftig – PD Julia Biermann aus Freiburg berichtete jedoch, dass es in winzigen Dosen zum Überleben der Ganglienzellen beitragen kann. Aus diesen vielen Erkenntnissen lassen sich neue Behandlungsmethoden für das Glaukom herleiten. Um Medikamente gegen das Glaukom nachhaltiger in das Auge hinein zu bekommen, stellte Dr. Sven Schnichels aus Tübingen die Nutzung von Nanopartikeln als eine neuartige Möglichkeit vor.

2. Session: Okuläre Entzündungen

Die zweite Session hatte verschiedene Aspekte von okulären Entzündungen, des Immunsystems und der speziellen Immunzelle des Zentralen Nerven­systems, der Mikroglia-Zelle, im Fokus. PD Clemens Lange aus Freiburg gab einen Über­blick über die Herkunft und Eigenschaften von Immunzellen im Auge, und Prof. Thomas Langmann beleuchtete mögliche experimentelle Verfahren zur Detektion und Charakterisierung von Mikroglia-Zellen. Die gängige Vermutung, dass diese die Haupt­verantwortung für den Tod von geschädigten Nerven­zellen tragen, wurde von Prof. Dietmar Fischer auf der Grundlage von Versuchen in Frage gestellt. Ent­zündliche Reaktionen spielen sich auch im retinalen Pigmentepithel ab, wie PD Tim Krohne aus Bonn anhand seiner Ergebnisse in Bezug auf das Inflammasom berichtete. Dr. Karoline Walscheid aus Münster schließ­lich charakterisierte Entzündungszellen bei Patienten mit Uveitis.

3. Session: Vorderabschnitt des Auges

Vor allem mit Fragen des Vorderabschnittes des Auges befassten sich die Redner in der dritten Session. Dr. Sonja Mertsch aus Düsseldorf berichtete von ihren Arbeiten, geschädigte Nerven in der Hornhaut mittels 3D-Zellkulturen wieder regenerieren zu lassen. Bei Schädigungen der Hornhaut kann es zu einer unerwünschten Bildung von Blutgefäßen kommen. Welche Rolle hierbei Immunzellen spielen, diskutierte Dr. Deniz Hos aus Köln. Dr. Uwe Hansen befasste sich mit den ultrastrukturellen Änderungen, die sich in Hornhäuten mit Keratokonus abspielen. Dr. Kai Januschowski aus Sulzbach berichtete von seinen Forschungen, einen durchsichtigen und haltbaren Glaskörperersatz herzustellen. In der Session gab es auch zwei Vorträge zur Retina. Dr. Johanna Meyer aus Bonn stellte die Nutzung der OCT-Angiographie vor. PD Peter Heiduschka aus Münster unter­suchte, wie die Mikroglia in der Retina auf die subretinale Injektion von Lipofuszin reagiert.

4. Session: Verschiedene Therapieansätze

Die vierte Session hatte verschiedenen Ansätzen zur Therapie von Augenerkrankungen zum Thema. Dr. Regine Mühlfriedel aus Tübingen stellte eine Gentherapie zur Behandlung der erblichen Achromatopsie vor. Prof. Marius Ader aus Dresden berichtete von den Bemühungen, komplett verlorengegangene Photorezeptoren durch Stamm­zellen oder andere Zellen zu ersetzen. Ein wichtiger Aspekt ist die Reaktion von Zellen im Auge auf therapeutische Eingriffe. Hier ordnet sich die Arbeit von Prof. Alexa Klettner aus Kiel ein, in deren Arbeitsgruppe die Aufnahme verschiedener Anti-VEGF-Wirkstoffe in das retinale Pigmentepithel untersucht wird. Die Wirkung von Rhodocetin auf die physiologische Bildung von Blutgefäßen in der jungen Retina der Maus schilderte Charlotte Mittmann aus Münster. Bei der (Neu-)Bildung von Blutgefäßen kommt eine ganze Reihe von Adhäsionsmolekülen und Rezeptoren zum Einsatz. Diesem komplexen Bild widmet sich Dr. Sigrid März in ihrer Forschung. Blutgefäße waren auch das Thema des letzten Vortrages von Dr. Michael Hessler und Dr. Maged Alnawaiseh (Münster). Ihre bildliche Darstellung im Schafauge diente zur Veranschaulichung und Beurteilung des mikro­vaskulären Blut­flusses unter den Bedingungen des septischen Schocks, einem nach wie vor drängendem Problem der Anästhesiologie.

Quelle: ukm|ph

Category: Medizin

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