Alternativer Nobelpreis für „Licht für die Welt“

27. September 2017 | By More

Yetnebersh Nigussie, Credit: Studio Casagrande

Yetnebersh Nigussie, Menschenrechtsexpertin der Fachorganisation „Licht für die Welt“, erhält den „Alternativen Nobelpreis“. Sie wird für ihre „inspirierende Arbeit im Kampf für die Rechte und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ ausgezeichnet. „Es ist eine riesige Ehre für mich, den hoch angesehenen Right Livelihood Award zu erhalten. Das ist ein so starkes Signal und schafft Antrieb für alle, die sich für Inklusion und die gleichberechtigte Mitbestimmung von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des Lebens einsetzen“, sagt Nigussie.

„Kein Mensch soll erblinden, wenn es Hilfe gibt. Und blinde Menschen sollen dieselben Chancen haben wie alle anderen: Jedes behinderte Kind soll in die Schule gehen und Erwachsene sollen für sich und ihre Familie sorgen können. Diese Auszeichnung bestärkt mich und Licht für die Welt in diesem gemeinsamen Bestreben. Der Award zeigt auch ganz stark, dass Frauen mit Behinderungen aktiv zu Veränderungen in Entwicklung und Hilfe beitragen“, fährt sie fort. Die 35-jährige äthiopische Juristin kämpft für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, wie sie in der UN-Konvention verankert sind. Nigussie wurde im Alter von fünf Jahren blind. Sie wuchs in einer ländlichen Gegend in Äthiopien auf und konnte einer dort üblichen frühen Ehe entfliehen, weil sie aufgrund ihrer Behinderung als ungeeignet für eine Heirat betrachtet wurde. Ihre Mutter schickte sie stattdessen in die Schule.

Bereits in ihren Schul- und Studienjahren engagierte sie sich ehrenamtlich für gesellschaftliche Veränderung und Gerechtigkeit. Mit 24 Jahren gründet sie gemeinsam mit anderen Landsleuten das Äthiopische Zentrum für Behinderung und Entwicklung. Als Selbstvertreterin für Menschen mit Behinderungen nimmt sie 2016 und 2017 am High Level Political Forum bei den Vereinten Nationen in New York teil und setzt sich mit Nachdruck für eine Welt für alle ein. Nachdem sie Licht für die Welt schon als Botschafterin vertreten hatte, verantwortet sie seit 2016 den Bereich Inklusion und Rechte von Menschen mit Behinderungen und vertritt die Organisation damit auch international.

Gleichzeitig mit Nigussie wurden drei weitere PreisträgerInnen mit dem Award ausgezeichnet: Colin Gonsalves, Khadija Ismayilova und Robert Bilott. Der Right Livelihood Award wurde 1980 vom schwedischen Gründer Jakob von Uexküll ins Leben gerufen, um mutige Menschen und Organisationen zu ehren, die visionäre und beispielhafte Lösungen für globale Probleme entwickeln. Der Preis ist weltweit als „Alternativer Nobelpreis“ bekannt.

(Quelle: Licht für die Welt)

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