Medizinisches Verbundprojekt TOPOs gestartet

31. Juli 2017 | By More

Makulaerkrankungen stellen die häufigste Ursache für bleibende Sehminderungen und Erblindungen in den Industrienationen dar. Bis vor wenigen Jahren war eine Therapie dieser Makulaerkrankungen kaum möglich. Mittlerweile existieren vielversprechende Therapieformen, die auf der Injektion von VEGF-Inhibitoren in den Glaskörper des Auges beruhen.

Prof. Dr. Andreas Stahl, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe Angiogenese am Universitätsklinikum Freiburg, erklärt hierzu: „Bisher können wir allerdings noch keine verlässlichen Vorhersagen über den Therapieverlauf individueller Patienten machen.“ So können z.B. derzeit keine individuellen Prognosen hinsichtlich Anzahl der Injektionen, Abstände, möglicher Pausen oder Rezidivgefahren erstellt werden.

Die Idee des gemeinsamen Forschungsprojektes besteht darin, krankheitsassoziierte OCT-Daten, klinische Befundtexte und demographische Faktoren aus unüberschaubar großen Datenmengen durch automatische Analyse von Arztbriefen und OCT-Netzhautbildern aufzubereiten und automatisch zu klassifizieren. „Wir wollen den Augenärzten ein intelligentes Instrument in die Hand geben, mit welchem sie in Zukunft möglichst verlässliche Vorhersagen über den individuell zu erwartenden Therapieverlauf treffen können“, erläutert Dr. Daumke vom Konsortialführer Averbis. Personalisierte Behandlungspläne ermöglichen dabei im Idealfall künftig eine optimale Anpassung der Therapie an jeden einzelnen Patienten und unterstützen den Behandlungserfolg durch verbesserte Information für Patienten und behandelnden Arzt.

Das auf drei Jahre ausgelegte Verbundvorhaben „TOPOs“ wird von einem international erfahrenen, multidisziplinären Expertenteam aus den Bereichen Medizin, Computerlinguistik, Computergrafik sowie Medieninformatik umgesetzt.

Category: Allgemein

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