Voruntersuchungen entscheiden über LASIK-Behandlungserfolg

6. Juli 2017 | By More

Mit einer Patientenzufriedenheit von 95 Prozent gehört die Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) zu den erfolgreichsten Operationsverfahren überhaupt. Langfristige Nebenwirkungen sind äußerst selten und treten häufig dann auf, wenn der Patient bereits vor der Operation an Beschwerden litt. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) verweist auf zwei aktuelle Studien sowie bestehende Empfehlungen zur Qualitätssicherung der LASIK und rät zu ausführlichen Voruntersuchungen und entsprechenden Aufklärungsgesprächen.

In den sogenannten PROWL-Studien wurde berichtet, dass rund ein Drittel der Behandelten drei Monate nach der OP über trockene Augen mit Fremdkörpergefühl, Brennen und schlechte Nachtsicht klagt (1). In den ersten Wochen nach der Behandlung sei dies aber nicht unüblich, da sich die Nervenbahnen in der Hornhaut neu aufbauen müssen, erklärt Prof. Dr. Thomas Kohnen, diesjähriger DOG-Präsident und Leiter der Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) der DOG und des Berufsverbands der Augenärzte. Bei fast allen Patienten würden die Beschwerden nach spätestens sechs Monaten verschwinden. Ausnahmen bildeten diejenigen, die bereits vorher an trockenen Augen litten.

Eine internationale Studie ergab, ähnlich wie die PROWL-Studien, dass nur ein bis zwei Prozent der behandelten Patienten mit dem Ergebnis unzufrieden waren (2). Das war vor allem der Fall, wenn die Betroffenen trotz des Eingriffs noch eine Brille benötigten. Da jedes Auge unterschiedlich heile, könne bei etwa einem von zehn operierten Augen ein Restfehler von 0,5 Dioptrien (dpt) bleiben, der aber nach drei Monaten Erholungszeit durch eine zweite Laser-OP korrigiert werden könne. „Die meisten Komplikationen entstehen nicht durch Operationsfehler, sondern durch schlechte Patientenauswahl“, sagt Kohnen und verweist auf die Richtlinien der KRC: Diese empfiehlt die Laseroperation generell nur bei einer Fehlsichtigkeit von +3 bis -8 dpt oder bei einem Astigmatismus bis zu 5 dpt. Ist die Hornhaut ausreichend dick, können auch Fehlsichtigkeiten von +4 bis -10 dpt korrigiert werden. Wer eine zu dünne Hornhaut hat, an einer Augenerkrankung leidet oder jünger als 18 Jahre ist, sei ungeignet für die OP.

Referenzen:

(1) Symptoms and Satisfaction of Patients in the Patient-Reported Outcomes With Laser In Situ Keratomileusis (PROWL) Studies Malvina Eydelman; Gene Hilmantel; Michelle E. Tarver; et al, JAMA Ophthalmol. 2017;135(1):13-22

(2) Helga P. Sandoval; Eric D. Donnenfeld; Thomas Kohnen Modern laser in situ keratomileusis outcomes, J Cataract refract Surg 2016

Quelle: DOG
Abb.: VSDAR/alz augenklinik münchen

Category: Hornhaut, Medizin

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