Diabetisches Makulaödem im Fokus – Lebensqualität im Blick

25. November 2016 | By More

Patienten mit diabetischem Makulaödem (DMÖ)* können heute durch intravitreale Injektion von VEGF-Inhibitoren oder Steroiden wie dem Dexamethason-Implantat Ozurdex®** gut therapiert werden. Doch welche Option ist für den jeweiligen Patienten vorteilhaft? Welche Ergebnisse sind unter Alltagsbedingungen realistisch? Welchen Einfluss hat die Behandlung auf die Lebensqualität? Fragen, die auf dem diesjährigen EURetina-Kongress in Kopenhagen, Dänemark, diskutiert wurden.
Durch die verschiedenen Ansätze in der Therapie des DMÖ hat der Arzt die Möglichkeit, für die Betroffenen die jeweils am besten geeignete Option auszuwählen. Aus Patientensicht spielt dabei der Wunsch nach möglichst wenigen Injektionen eine entscheidende Rolle. So zeigt eine aktuelle Umfrage bei 86 DMÖ-Patienten, dass diese unter den häufigen Injektionen leiden: 75 Prozent hatten Angst vor dem Eingriff und 47 Prozent berichteten über physische Belastungen von Anspannung über Gedankenkreisen bis hin zu Schlafproblemen. Insgesamt wünschten sich die Befragten vor allem einen hohen Visusgewinn mit möglichst wenigen Injektionen (42 %).

Injektionsfrequenz beeinflusst den Behandlungserfolg
Gute Visusgewinne können bei der anti-VEGF-Therapie häufig nur durch eine monatliche Injektionsfrequenz erzielt werden. Im Therapiealltag sind für Patienten laut aktuellen Untersuchungen aber nur drei bis fünf Injektionen pro Jahr umsetzbar, verbunden mit ernüchternden Behandlungserfolgen. Dass ein guter Visusgewinn jedoch mit wenigen Injektionen möglich ist, haben bereits zahlreiche Real-Life-Studien mit dem Dexamethason- Implantat zeigen können. Eine aktuelle Head-to-Head-Studie zwischen Ozurdex® und Ranibizumab belegt nun bei kontralateralen Augen mit gleichem Krankheitsbild für Ozurdex® im Gegensatz zu Ranibizumab einen signifikanten Visusgewinn sowie eine größere Reduktion des Makulaödems bei weniger Injektionen. Nach drei Monaten hatte sich der Visus bei den mit Dexamethason behandelten Augen signifikant verbessert (log MAR VA: 0,451 auf 0,261; p=0,004), was mit einer signifikanten Reduktion der CRT um 105 μm einherging (p=0,01). Bei den mit VEGF-Inhibitoren behandelten Augen verbesserte sich der log MAR VA von 0,394 auf 0,269 (p=0,058) und die CRT um 48 μm (p=0,26). Während unter Ozurdex® nur eine Injektion benötigt wurde, um signifikante Verbesserungen von Sehschärfe und Makuladicke zu erzielen, reichten hierfür bei der anti-VEGF-Therapie selbst zwei bis drei Injektionen nicht aus. „Das Dexamethason-Implantat ist eine exzellente Therapieoption“, so das Urteil der Autoren, welches sich auch im Wunsch der meisten Patienten widerspiegelte, das anti-VEGF- behandelte Auge am Ende der Studie ebenfalls auf Ozurdex® umzustellen. Schnelle Behandlungserfolge sind besonders wichtig für die Motivation und Adhärenz der Patienten. Daher sollten bei der Wahl der Therapie stets auch deren Praktikabilität sowie die individuellen Patientenbedürfnisse berücksichtigt werden.

Kurz- und langfristig wirksam im Alltag
Mit dem Steroid Dexamethason können bei geeigneten therapienaiven Patienten im Praxisalltag mit nur zwei bis drei intravitrealen Injektionen in zwölf Monaten Visusgewinne von bis zu 14 Buchstaben erzielt werden. Dass Ozurdex® unter Real-Life-Bedingungen auch langfristig wirksam ist, zeigen Daten der RELDEX-Studie.8 In der Studie wurden 128 Augen bei 89 vorbehandelten und therapienaiven DMÖ-Patienten 36 Monate lang mit im Durchschnitt 3,6 Injektionen des Depot-Steroids behandelt. Aufgrund kardiovaskulärer Risikofaktoren oder der aufwendigen Anreise wurden geeignete therapienaive Patienten bereits zu Studienbeginn für eine Ozurdex®-Therapie ausgewählt.8 Im Rahmen der Studie stieg die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) signifikant auf 9,5 Buchstaben in Monat 36 (p=0,023). Gleichzeitig nahm die zentrale Makuladicke (CRT) von 451 μm zu Studienbeginn auf 280 μm in Monat 36 ab (p=0,001). „Bemerkenswerte Ergebnisse“, so die Autoren. Möglicherweise waren die Studienteilnehmer untertherapiert, da gemäß Fachinformation Wiederholungsbehandlungen circa zwei- bis dreimal im Jahr* durchgeführt werden können.

Nach drei Monaten auf Switch prüfen
Bis zu 40 Prozent der Betroffenen profitieren nur unzureichend von einer anti-VEGF- Therapie. Studiendaten einer Post-hoc-Analyse zum Langzeitansprechen unter anti-VEGF- Therapien bei DMÖ konnten zeigen, dass bereits nach drei Injektionen (12 Wochen) das langfristige Ansprechen auf diese Therapieform prognostiziert werden kann. Die Ergebnisse konnten nun durch die Auswertung der OCT-Bildgebung bestätigt werden.12 Dass ein früher Wechsel auf das Dexamethason-Implantat auch unter Alltagsbedingungen bereits nach 12 Wochen sinnvoll sein kann, zeigen Daten einer Studie mit 41 Patienten, die auf drei Injektionen mit Ranibizumab nicht angesprochen hatten. Unter der Dexamethason-Therapie hingegen verbesserte sich der Visus innerhalb der nächsten sechs Monate signifikant um bis zu acht Buchstaben (p<0,001).

Fazit: Die Berücksichtigung von individuellen Patientenbedürfnissen hat einen starken Einfluss auf den Behandlungserfolg. Patienten wünschen sich vor allem einen hohen Visusgewinn bei möglichst wenigen Injektionen. Das Dexamethason-Implantat kann DMÖ-Patienten hierbei eine schnelle und lang anhaltend wirksame Therapieoption bei einer praktikablen Anzahl von Injektionen bieten.

Quelle: Allergan

Category: Innovationen, Makula, Medizin, Unternehmen, Zugang beschränkt

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